Speisen im Rats­keller Tau­cha nun aus der „Cucina italiana“

4. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Aktuelles, Stadtentwicklung, Wirtschaft


ratskelle0Der Dornröschenschlaf des Ratskellers in Taucha ist beendet. Der Name des traditionsreichen Restaurants trägt seit dem 5. Dezember den Zusatz „Romeo é Giulia“, was unschwer darauf schließen lässt, dass hier italienisch gekocht wird. Am 16. September schloss Geschäftsführerin Yuliya Helbig, die Lebensgefährtin von Ignazio Corica, dem künftigen Chef der „Cucina italiana“ des Ratskellers, den Gewerbemietvertrag mit der Tauchaer Immobilien- und Verwertungsgesellschaft (IBV).
Yuliya Helbig wurde im ukrainischen Krementschuk geboren, ist gelernte Näherin und kam 2002 nach Deutschland, wo sie an der Universität Leipzig Slawistik studierte. Die 39-Jährige kam durch Nebenjobs in der Kneipenmeile der Leipziger Gottschedstraße zur  Gastronomie und wird sich nun hauptsächlich um den geschäftlichen Teil des Restaurantbetriebes kümmern, will aber auch im Service mit anpacken, wenn es erforderlich ist. Ihr Partner ist Sizilianer und wurde in Adrano am Fuße des Ätna geboren, kam aber schon mit 8 Monaten nach Deutschland und wuchs in Hannover auf. Der 45-Jährige hat als Koch, Kellner oder Pizza-Bäcker in solch bekannten italienischen Gourmet-Tempeln Leipzigs, wie „Da vito“, „La Grotta“ oder „Mascarpone“, gearbeitet und Erfahrungen gesammelt. „Wir wollen eine traditionelle italienische Küche anbieten. Gekocht wird nach Rezepten von Mama, also typische italienische Hausmannskost“,verspricht er.
Seit Anfang Oktober gaben sich hier die Handwerker die Klinke in die Hand und auch die neuen Wirtsleute legten gemeinsam mit der Familie und Freunden selbst Hand bei der Innenraumgestaltung an. Die rustikale Sandsteinverkleidung der Wände und der großen Säulen, hat er mit seinen Helfern selbst angebracht. Das Ratsherrenzimmer mit seinen 40 Plätzen bleibt als Gesellschaftsraum im bekannten Ambiente erhalten.
Die Fliesen im Gastraum sowie im Gang zum Ratsherrnzimmer und zu den Toiletten sind jetzt durch einen verblüffend echt wirkenden Belag in Holzoptik verdeckt. Der Schwerpunkt der Sanierung, die überwiegend von Taucher Firmen erledigt wurden,  lag bei der Lüftungs- und Klimatechnik sowie bei der Elektroinstallation.
Die Stadt hat als Inhaber der Räumlichkeiten siebzigtausend Euro aus dem Haushalt bereitgestellt. „Diese Mittel sind keine Starthilfe für die Gaststätten-Betreiber sondern sie mussten ausschließlich für dringend notwendige Sanierungs- und Reparaturarbeiten verwendet werden, für die die Stadt als Eigentümer aufkommen muss. Die Immobilie ist einfach in die Jahre gekommen“, stellte Bürgermeister Holger Schirmbeck klar.
Es gibt schon erste Reservierungen für die 90 Restaurantplätze und für eine geplante Silvesterveranstaltung. „Heilig Abend und der 1. Weihnachtsfeiertag gehören in Italien ganz  der Familie“, sagt Geschäftsführerin Yuliya Helbig, „so dass wir geschlossen haben werden. Ansonsten wollen wir ohne Ruhetag ab 11 Uhr öffnen und sonntags wird es sogar einen Brunch geben“. Auch der Freisitz soll in der warmen Jahreszeit wieder betrieben werden.
Bericht IVT. Text und Fotos: Reinhard Rädler

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